Jemand meinte in einem Post, es sei eine Ausrede, wenn jemand sagt: „Würden die anderen eine bessere Politik machen, wären sie nicht so stark.“
Eine Ausrede würde für mich bedeuten, dass der Punkt damit nicht direkt in Verbindung steht, was, denke ich mal, jedem, der ein bisschen darüber nachdenkt, merken sollte, dass das nicht der Fall ist.
Das, was man sieht, ist einfach eine Konsequenz aus dem Umgang mit dem Bundestag und dem, was Politiker/Fraktionen mit ihrer Gewalt anstellen.
Jeder Mensch hat seine Werte, sein Bedürfnis zur Selbstsicherheit und eben auch ein Vertrauen in die Politik.
Wenn aber ein Punkt kommt, an dem man seine eigene Selbstsicherung und das Vertrauen in die Politik verliert, ist die logische Konsequenz, dass eben eine andere Politik gesucht wird. Es spielt dabei auch absolut keine Rolle, welche Politik das ist, schließlich ist die Wahl frei. Denk, wenn es eine Rolle spielen würde, gäbe es die Politik als Apparat gar nicht.
Ein paar Beispiele bzgl. drei der Punkte, die ich aufgestellt habe:
Für manche war der Kipp-Punkt, als jemand seine Wahlversprechen mit einem Sondervermögen betrogen hat.
... oder als dieser zwei Anläufe zur Wahl benötigt hat.
... oder als die Werte infrage gestellt werden, wenn es bei Internationalem nicht um die Menschlichkeit geht, sondern darum, welche Staaten daran beteiligt sind.
... oder wenn es vom Bundestag Aussagen gibt, die die Bevölkerung über ihre Krankheitstage kritisieren und sich damit komplett gegen sie stellen.
... oder wenn hohe Politiker bei einer Flutkatastrophe beim Antreffen das Gewissen haben zu lachen oder sich Witze zu erzählen.
... oder fragwürdige Maskendeals.
Das sind noch relativ frische Beispiele, die jemanden anregen könnten. Bei den ganzen Punkten geht es nicht mal um die Flüchtlingspolitik, und allein hier sollte man zumindest die logische Konsequenz ziehen können, dass viele Menschen eine andere Politik suchen, wenn eines oder mehrere der obigen drei Punkte nicht zutreffen.
Als Letztes sollte vermutlich für die meisten auch absehbar sein, was passiert, wenn systematisch eine Minderheit ausgeschlossen wird und man die Zeit, in der der Ausschluss möglich ist, nicht sinnvoll nutzt, damit die Minderheit nicht zu viel Beachtung gewinnt.
Mir geht es bei diesem Post nicht darum, sich irgendwohin zu positionieren, sondern vielmehr darum, wie die Politik als Apparat funktioniert und was eben passiert, wenn dieser so verwendet wird, dass Beteiligte die Anwendung infrage stellen.
TLDR:
Man kann eine Partei nicht nur dadurch erklären, indem man fragt, was an dieser Partei attraktiv ist. Sondern man muss sich auch fragen, was die anderen Parteien getan haben, um ihre eigenen Wähler davon zu überzeugen, ihnen nicht mehr zu vertrauen.
Naja, was ich eigentlich einfach nur sagen möchte, ist, dass die vermeintliche Ausrede für mich keine ist, sondern wirklich Substanz hat. Es geht dabei lediglich um die Dominanz bzw. Ausprägung und nicht darum, ob eine Fraktion/Partei nur auf dieser Basis existiert/gewählt wird.
Für Nachfragen bin ich gerne offen, wenn etwas nicht ganz verstanden wurde!